Scham und Schuld. Ein emotionsbezogener Ansatz

Dresden 09.-10.10.2020

Antrag auf Akkreditierung ist bei der OPK gestellt.

Themeninhalt

Fremdscham, Flugscham, Schuldverweigerung sind neue Modeworte. Die alltägliche präsente Vermeidung von Scham und Schuld führt dazu, dass wir uns vorsorglich entschuldigen, keine Urlaubsreisen ohne schlechtes Gewissen mehr antreten. Wir kleiden uns angemessen oder übernehmen Verantwortung in sozialen Beziehungen. Scham und Schuld sind bedeutsame Emotionen für die Entwicklung sozialer Kompetenzen und die persönliche Reifung.
Die meisten Menschen und Therapeuten haben jedoch eine eher ungünstige Sichtweise auf die emotionalen Entitäten Scham und Schuld verinnerlicht. Dabei kann frühkindlich entwickeltes, als überflutend wahrgenommenes Scham- und Schulderleben dazu beitragen, dass sich ein ungünstiges Selbstbild entwickelt und Patienten kaum Selbstfürsorge aufbringen. Verantwortung für sich selbst wird kompensiert mit einer Verantwortungsübernahme für andere Menschen – oder eine totale Verantwortungsverweigerung verhindert die Persönlichkeitsentwicklung.
Wir Therapeuten können die biographischen Erlebnisse, die zu frühen und intensivem Scham- und Schulderleben führten, nicht ungeschehen machen. Wir können jedoch lernen, die Folgen zu mildern und den Leidensdruck zu verändern, eine sinnstiftende Auseinandersetzung zu fördern.

Dazu gehört es auch einen guten Umgang mit dem Erlebtem zu finden. Scham und Schuld gehören zum Menschsein und sind wichtig für das soziale Miteinander. Beide Emotionen können aber auch zu tiefen Krisen, massivem Einsamkeitserleben, quälende Selbstabwertungen, Dissoziationen und suizidalen Handlungen führen. Der emotionsbezogene Ansatz unterstützt Therapeuten, sich wohlwollend diesen schmerzhaften Emotionen stellen zu können.

Ohne Scham und Schuld würden wir nicht in einer Gemeinschaft leben können, mit dieser Unterstützung können wir unser Verhalten überprüfen und uns gegebenenfalls besser an die soziale Situation anpassen oder auch für uns einstehen. Gelingt es Menschen, Scham und Schuld für sich zu nutzen, erleben sie mehr selbstwertförderliche Emotionen wie Stolz, Selbstsicherheit als auch Selbstwirksamkeit.
Rahmenbedingen: Interaktionelles Seminar mit Möglichkeiten des Austausches, Einüben von Interventionen in Kleingruppen, Bearbeitung von Arbeitsmaterialien auch mit Selbstreflektionsanteilen für Therapeuten/-Innen Fallbeispiele und Möglichkeiten eigene Patienten einzubringen

Dipl.-Psych. Maren Lammers

Maren Lammers ist Dipl.-Psychologin und psychologische Psychotherapeutin mit eigener Praxis in Hamburg, Dozentin, Selbsterfahrungsanleiterin und Supervisorin für die Psychotherapeutische und fachärztliche Aus- und Weiterbildung sowohl in Verhaltenstherapie als auch Hypnotherapie (nach Milton Erickson).

Veröffentlichungen:
2007: Mitarbeit am Buch „Emotionsbezogene Psychotherapie“, Verlag: Schattauer GmbH – Verlag für Medizin und Naturwissenschaften, Stuttgart
2016: Emotionsbezogene Psychotherapie von Scham und Schuld. Das Praxishandbuch. Verlag: Schattauer GmbH – Verlag für Medizin und Naturwissenschaften,
2017: Mit Schuld, Scham und Methode. Ein Selbsthilfebuch. Lammers M., Ohls.I. Balance Ratgeber, Balance-Verlag, Köln
Geplant im Herbst 2019: Muttermale und Vaters Spuren. Ein Reiseführer für mutige Selbstentdecker. Lammers M. Balance – Verlag, Köln
Geplant im Frühjahr 2020: Scham und Schuld. Behandlungsmodule für den Therapiealltag. Lammers M. – Schattauer-Verlag, Klett-Cotta-Gruppe, Stuttgart

Räumlichkeiten
TSW – Tagungszentrum der Sächsischen Wirtschaft
Am Alten Güterboden 3
01445 Radebeul

Teilnahmegebühr
395 € Alle Preise inkl. der gesetzl. MwSt.
Die Teilnahmegebühr beinhaltet:
– Umfangreiche Seminarunterlagen
– Verpflegung in den Kaffeepausen am Vor- und Nachmittag
– Gemeinsames Mittagessen und Pausenverpflegung am Samstag
– Teilnahmebescheinigung

Termine
09.10.2020 Freitag von 13:30 – 17:00 Uhr inkl. Pausen.
10.10.2020 Samstag von 09:00 – 17:00 Uhr inkl. Pausen.

Anmeldung: