Hude (bei Oldenburg) 03.-05.05.2019

Freitag und Samstag – Dipl.-Psych. Katrin Hildebrand

(Bindungs-)Traumatisierungen bei Erwachsenen: Grundlagen von Emotionsregulationsstörungen und Bindungsstörungen sowie ihre Behandlungsmöglichkeiten

Sowohl in der Psychotherapieforschung als auch in der therapeutischen Praxis stehen zunehmend psychische Erkrankungen im Vordergrund, die teils ursächlich für weitere Störungen wie zum Beispiel affektive Störungen, Angststörungen, Suchterkrankungen usw. angesehen werden. Im ersten Teil des Seminars werden daher die Ursachen und Grundlagen von Störungen, die nach Traumatisierungen, insbesondere frühkindlichen Bindungstraumatisierungen entstehen können, erarbeitet. Dabei werden Störungsmodelle gemeinsam erarbeitet und Zusammenhänge diskutiert, diagnostisch relevante Aspekte thematisiert. Üblicherweise resultieren aus frühen Störungen spätere Persönlichkeitsstörungen und/oder komplexe Traumafolgestörungen, die mit dysfunktionalen Verhaltensweisen wie Selbstverletzungen, Suchtmittelkonsum, Delinquenz oder Essstörungen einhergehen. Dieses dysfunktionale Verhalten ist meistens als Versuch zu sehen, andere Symptome, die dann im Zusammenhang mit den oben genannten Störungen stehen, zu regulieren.

Im zweiten Teil des Seminars werden die theoretischen Grundlagen vertieft, verschiedene Behandlungsmöglichkeiten bei Traumafolgestörungen und Störungen der Emotionsregulationsfähigkeit vorgestellt. Dazu zählen unter anderem das DBT-basierte Skills-Training, welches gezielt mit Hilfe verschiedener Strategien die Patientinnen und Patienten dazu befähigen kann, ihre Emotionsregulationsfähigkeiten, Selbstberuhigungsfähigkeiten, den Umgang mit Emotionen sowie die Konfliktkompetenz zu verbessern, dadurch auf dysfunktionale Strategien der Spannungsregulation zu verzichten. Des Weiteren wird ein Überblick über Techniken der Traumatherapie gegeben. Die differenzierte Auseinandersetzung und Erprobung der Vermittlung der Techniken erfolgt teils im Plenum, teils in Kleingruppen. Im Seminar wird vor allem auch der Unterschied zwischen einer entsprechenden ambulanten versus stationären Behandlung verdeutlicht, Besonderheiten des jeweiligen Settings berücksichtigt.

Dozentin: Dipl.-Psych. Katrin Hildebrand
Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie) / Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
Leitende Psychologin (Psychotherapie/Trauma-Ambulanz) der Euregio-Klinik Nordhorn, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie – ambulante und stationäre Schwerpunktbehandlung für Persönlichkeitsstörungen und Traumafolgestörungen mit Komorbiditäten.
Weiterbildungen in spezieller Psychotraumatherapie, EMDR, (KID-)NET, PITT, ACT, DBT sowie als Gutachterin (Soziales Entschädigungsrecht, gesetzliche Unfallversicherung), Dozentin beim Kinderschutzbund Osnabrück.

 

 

Sonntag
Das Fokussierte Selbst – Wesentliches erfassen und zielorientiert arbeiten

Eine Therapie ohne Fokus und Orientierung ist unbefriedigend. Daher ist eine steuernde Komponente äußerst hilfreich, um das Wesentliche zu erfassen und bei den relevanten Konflikten bleiben zu können. Der Ansatz des Fokussierten Selbst ist ein „bildgebendes Verfahren“ und schult Patienten darin, ihre Mentalisierungs- und Introspektionsfähigkeit zu verbessern, indem sie ihr inneres Erleben und ihre Ziele nicht nur in Worte fassen, sondern zusätzlich in einem Kreis verbildlichen. Sie lernen, Gefühle differenziert wahrzunehmen, Ist- und Soll-Zustand zu erfassen und ihre Probleme auf der Zeitachse von Vergangenheit-Gegenwart und Zukunft einzuordnen.
So entsteht eine Landkarte, mit der sich der Klient und der Therapeut im Verlauf der Therapie auch in schwierigen Phasen orientieren können. Beide sehen, worum es geht und können dadurch die zentralen Themen besser im Blick behalten. Konstruktive Veränderungsschritte werden unterstützt. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass Patienten diese Orientierung sehr zu schätzen wissen. „Das ist wie ein Kompass, der mich daran erinnert, wo ich stehe und wo es langgehen könnte“, so ein Patient.

Dieser tiefenpsychologisch fundierte und kreative Ansatz ist leicht zu erlernen. Allerdings sind in der Durchführung Sorgfalt, Achtsamkeit und Genauigkeit erforderlich. In diesem Seminar geht es darum, Sicherheit in der Anwendung zu bekommen. Es wird erläutert, wie man die fokussierten Bilder therapeutisch gezielt nutzen kann und wie man stimmige Fragestellungen auswählt. Die TN lernen, psychodynamische Aspekte zu berücksichtigen und den Prozess in den sieben Phasen dieses Ansatzes sinnvoll zu steuern.
Praktische Übungen tragen dazu bei, die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten zu erproben.
Anhand ausgewählter Fallbeispiele wird deutlich, wie Therapeuten zum Wohle ihrer Klienten mit dem „Fokussierten Selbst“ arbeiten können – und ganz nebenbei ihren Arbeitsalltag beleben!

• Eine leicht zu lernende und praktische Methode
• Fördert den therapeutischen Prozess durch ein strukturiertes Vorgehen
• Schult die Mentalisierungs- und Symbolisierungsfähigkeit der Patienten
• Anwendungsbezogen und ressourcenstärkend

Dozent Thomas Prünte
Thomas Prünte geboren 1958 in Unna /Westfalen, Studium der Psychologie an der Universität Hamburg. Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, zertifizierter Senior-Coach und Supervisor BDP, EuroPsy-Zertifikat der EFPA (European Federation of Psychologists Associations).
Thomas Prünte führt seit 1990 in Hamburg eine psychotherapeutische Praxis und ist seit über 25 Jahren als Psychotherapeut, Dozent, Paartherapeut und Berater tätig. Er hat zahlreiche Artikel und Bücher über den Umgang mit schwierigen Gefühlslagen und psychischen Belastungen veröffentlicht.
Bisher sind von ihm außerdem erschienen:
• Wie geht es mir heute? – 44 mögliche und unmögliche Arten, eine Therapiesitzung zu beginnen, Klett-Cotta, Stuttgart 2017
• Das Gefühlsklavier – Vom stimmigen Umgang mit unseren Emotionen! DGVT-Verlag, Tübingen 2009. Als Hörbuch im HörGut! Verlag, Hamburg 2010
• Vom Sinn schlechter Laune – Warum es gut tut, sich schlecht zu fühlen, Orell Füssli, Zürich 2010
• Eier zeigen! – Männliche Stärken in der Partnerschaft, 35° Verlag, Hamburg 2012 (auch als Ebook)
• Mein Anti-Stress-Vertrag – Ihr Weg zu mehr Gelassenheit und Lebensfreude, Ueberreuter Verlag, Neuauflage 2013. Der-Anti-Stressvertrag, Wien 2003

Fortbildungsort

Seminarhaus Lichtblick
Sandersfelder Weg 2
27798 Hude (bei Oldenburg)

Sie haben auch die Möglichkeit im schönen Seminarhaus Lichtblick zu nächtigen.
Alle Zimmer sind hell, freundlich, modern und nach ökologischen Kriterien gebaut und ausgestattet. Sie können je nach Bedarf als Einzel-, Doppel- oder Mehrbettzimmer gebucht werden. Ebenso setzt das Seminarhaus auf Barrierefreiheit und die Zugänglichkeit ihres Hauses für Menschen mit und ohne Behinderung.
Zur Terminvereinbarung wenden Sie sich bitte an das Seminarhaus 04408-923245.

Ablaufplan

Freitag, 03.05.2019:
13:00 Uhr Zusammenkommen, Kennenlernen
13:30 Uhr Beginn der Fortbildung
15:00 Uhr Kaffeepause mit selbstgebackenen Kuchen
15:30 Uhr Fortsetzung der Fortbildung
17:00 Uhr Ende der Fortbildung

Samstag, 04.05.2019:
09:00 Uhr Beginn der Fortbildung
10:30 Uhr Kaffeepause mit belegten Brötchen
11:00 Uhr Fortsetzung der Fortbildung
12:30 Uhr Vegetarisches 3-Gang-Mittagessen
14:00 Uhr Fortsetzung der Fortbildung
15:30 Uhr Kaffeepause mit selbstgebackenen Kuchen
16:00 Uhr Fortsetzung der Fortbildung
17:30 Uhr Ende der Fortbildung

18:00 Uhr Lesung von Dipl.-Psych. Thomas Prünte aus seinem Buch „Wie geht es mir heute?: 44 mögliche und unmögliche Arten, eine Therapiesitzung zu beginnen“

Sonntag, 05.05.2019:
09:00 Uhr Zusammenkommen, Kennenlernen
09:30 Uhr Beginn der Fortbildung
12:00 Uhr Vegetarisches 3-Gang-Mittagessen
13:30 Uhr Fortsetzung der Fortbildung
15:00 Uhr Kaffeepause mit selbstgebackenen Kuchen
15:30 Uhr Fortsetzung der Fortbildung
17:30 Uhr Ende der Fortbildung

Teilnahmegebühr
o Freitag & Samstag: (Bindungs-)Traumatisierungen bei Erwachsenen 325€
o Sonntag: Das Fokussierte Selbst 215€
o Lesung Herr Prünte: Wie geht es mir heute? kostenfrei
o Sonderpreis Freitag bis Sonntag: (Bindungs-)Traumatisierungen bei Erwachsenen und das Fokussierte Selbst 495€. Sie sparen 45€ im Vergleich zur Einzelbuchung.

Alle Preise inkl. der gesetzl. MwSt.
Die Teilnahmegebühr beinhaltet:
– Umfangreiche Seminarunterlagen
– Verpflegung in den Kaffeepausen am Vor- und Nachmittag
– Gemeinsames Mittagessen am Samstag und Pausenverpflegung am Samstag
– Betreuung vor Ort
– Teilnahmebescheinigung

Fortbildungspunkte
Antrag auf Akkreditierung ist bei der PTK Niedersachsen gestellt.

Anmeldung